Erinnerungskultur wird von Soldaten geschrieben

Auch in diesem Jahr organisierten Soldatinnen, Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73“S“ und die Bürgermeisterin der Stadt Laage, Christin Zimmermann, einen Marsch zum Andenken an die Gefallenen des Karfreitagsgefechtes.

Mit diesem Marsch erinnern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die gefallenen Kameraden des Gefechts, das am 2. April 2010 in Afghanistan stattfand. Hauptfeldwebel Nils B., Stabsgefreiter Robert H. und Hauptgefreiter Martin A. waren die ersten deutschen Soldaten, seit dem Zweiten Weltkrieg, die bei Kampfhandlungen gefallen sind. Sie waren Fallschirmjäger und sollten Sprengfallen finden und entschärfen. Sie wurden aus einem Hinterhalt von Taliban angegriffen. Es war bis dahin das verlustreichste Gefecht der Bundeswehr. Heute darf man bewusst bemerken, dass mit dem Marsch eine neue Tradition des Gedenkens begründet wurde. Nach dem Start, direkt vor dem Rathaus der Recknitzstadt Laage, marschierten die Frauen und Männer, unter denen sich auch Kameraden der Reservistenkameradschaft Fliegerhorst Laage befanden, in Formation durch Dörfer und betagte Landstraßen über Feldwege und alte Alleestraßen zurück nach Laage. Sie präsentierten sich so in großer Zahl den Bürgerinnen und Bürgern.

Die Marschformation auf dem Weg zum Rathaus. Foto: FMZ Takt LWG 73″S“

Wie schon in den vergangenen Jahren nahm auch einer der Initiatoren des Marsches, Oberstabsfeldwebel Daniel S., an den Gedenkmarsch teil. „Dass in den zurückliegenden Jahren bundesweit so viele Menschen am Marsch teilgenommen haben, ist ein mächtiges Indiz für die Zeitenwende in unserer nationalen Veteranenkultur“, sagte der Kompaniefeldwebel. Mit einer Andacht, die von den Militärseelsorgeassistenten, André Stache (ev.), zelebriert wurde, fand die Veranstaltung, die durch den Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73“S“, Oberst Dominique Gentzsch, persönlich begleitet wurde, einen würdigen Abschluss.
Anzumerken bleibt, dass der erste K-Spendenmarsch unter dem Titel „10K3“ im Jahr 2020 stattfand. Seither sind die Rahmenbedingungen gleichgeblieben. Die einzige Voraussetzung: 16 Kilometer mit 16 Kilogramm Gepäck. Ziel ist es, jedes Jahr einen Kilometer sowie ein Kilogramm draufzupacken. Man kann jederzeit auch zum Ursprung von 10 Kilometern und 10 Kilogramm zurückkehren. Nicht die Leistung steht im Vordergrund der sportlichen Veranstaltung, sondern die körperliche Betätigung in Verbindung mit dem aktiven Gedenken an die gefallenen Kameradinnen und Kameraden.

André Stache, MSA Evangelisches Militärpfarramt Laage

Ostern auf dem Fliegerhorst

Militärpfarrer Johannes Richter begrüßte am Ostersonntag fast vierzig Gottesdienstbesucher im Andachtsraum des Evangelischen Militärpfarramtes Laage. Soldatenfamilien aus Laage und Bad Sülze, Zivilbedienstete und deren Angehörige und Freunde der Militärseelsorge lauschten den Worten des Seelsorgers und der wunderschönen Musik des Laager Musikpädagogen, Florian Lübs, und ließen sich vom Zauber der Osterzeit faszinieren. Nach dem Gottesdienst zogen die Teilnehmer gemeinsam in Pilgermanier zum Offiziersheim und einige Kinder waren sichtlich begeistert über die bunten Ostereier, die der Osterhase auf dem Weg versteckt hatte.

Militärpfarrer Richter bei seinen Ausführungen. Foto: André Stache

Vor Ort verlebten alle gemütliche Stunden bei einem Mitbringbrunch an dem sich die Gäste beteiligt hatten. Am frühen Nachmittag endeten die schönen Stunden und alle waren begeistert von der Möglichkeit, den Ostersonntag genauso zu verbringen. Ein besonderer Dank gilt deshalb der militärischen Führung des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „S“. Mit ihrer Bereitschaft, die Arbeit des Evangelischen Militärpfarramtes zu unterstützen, schafften sie die Grundlagen für eine erfolgreiche Familienbetreuungsarbeit.

André Stache,  MSA beim Evangelischen Militärpfarramt in Laage