Soldaten und Reservisten Hand in Hand
Am Sonntag, 02. Juni 2026, machten sich Soldaten des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 “S“ und Reservisten der Reservistenkameradschaft Fliegerhorst Laage auf den Weg ins 1400 Kilometer entfernte Saldus (Frauenburg) in Lettland. Ziel war die größte Kriegsgräberstätte im Baltikum, auf der 23.000 lettische und deutsche Kriegstote, überwiegend Opfer der Kurlandschlachten, ruhen. Nach der fast zweitägigen Anreise verschaffte sich das Team am Dienstagmorgen einen Überblick, welcher ernüchternd ausfiel. Der Rasen war zu einer in Teilen 1,20 Meter hohen Wiese gewachsen, sodass die Grabkreuze kaum zu erkennen waren. Die sieben kurzfristig in Deutschland organisierten Motorsensen wurden so zu „Allzweckwaffen“.

Weitere Kameraden organisierten das Zusammenharken des Grünschnitts und den Transport zur gut 500 Meter entfernten Kompostanlage. Es wurde schnell klar, dass die zugewachsenen Grabsteine und das fehlende Gräberverzeichnis eine Gräbersuche für Angehörige bedauerlicherweise unmöglich machten. Zum Ende der Woche besserte sich das Wetter, sodass die ersten vom Freischneider bearbeiteten Flächen mit dem Rasenmäher „veredelt“ wurden. Parallel bekamen die Begrenzungshecken ihren Formschnitt. In der 2. Woche starteten die Reinigungsarbeiten an den Grabsteinen, welche vermoost und kaum lesbar waren. Eine beeindruckende Gedenkzeremonie war der Abschluss dieser Woche. Der Länderbeauftragte, Oberst a.D. Racins, war sichtlich überrascht von den Arbeitsergebnissen und brachte es auch deutlich zum Ausdruck. Immerhin wurden 4 von 6 Hektar der Fläche in diesen Tagen wieder hergerichtet und in einen Zustand gebracht, der dieser beeindruckenden Anlage würdig ist.
Nach der zweitägigen Rückreise kann mit großem Stolz auf die geleistete Arbeit geschaut werden.
Bernd Weichmann, Hauptfeldwebel und Kommandoführer