Am Anreisetag zur Winterfamilienrüstzeit war es noch bitterkalt und der Blick auf die zugefrorene Ostsee ließ erahnen, dass Aktivtäten außerhalb des Hauses Kranich, wo die 35 Rüstzeitteilnehmer ihre Unterkunft gefunden hatten, kaum möglich waren. Militärpfarrer Johannes Richter konnte seine Gäste, Familien der Bundeswehrstandorte Sanitz, Bad Sülze und Laage, mit unterschiedlichsten Beiträgen in seinen Bann ziehen. Familiengerechte Andachten, Themenarbeiten für Kinder und Erwachsene und auch ein zünftiger BoGo-Wettkampf – eine Mischung zwischen Boggia und Golf – begeisterten alle. Einige Wenige nutzten den Anreisetag, um die besagt, vereiste Ostsee aufzusuchen und erlebten, dick eingemummelt, den Zauber der Schöpfung und die raue Natur.

Am Abreisetag war das Schauspiel wieder vorbei. Plusgrade und laue Temperaturen hatten fast über Nacht die alte Ordnung wieder hergestellt. Und wie immer war die Stimmung am Abreisetag von der Tatsache getrübt, dass die Rüstzeit viel zu schnell zu Ende gegangen war und alle wieder, an Leib und Seele gestärkt, an ihre Wohnorte reisen durften, um sich dann ihren Aufgaben zu widmen und die Erinnerungen fest in ihren Gedanken platziert zu haben. Zudem hatte die Ehefrau eines Soldaten die Gefühle der Rüstzeitteilnehmer in der Abschlussrunde am Sonntagvormittag auf den Punkt gebracht, als sie bemerkte: „Familienrüstzeit – das ist ein Stück heile Welt. Und dafür bedanke ich mich.“
André Stache, Militärseelsorgeassistent beim Evangelischen Militärpfarramt in Laage