Neue Wege, alte Leidenschaft – 25. Eurawasser-Waldlauf 2026

Am 1.Mai-Wochenende besuchte das Integrative Laufteam USE SOWAS e.V. aus Berlin unsere Recknitzstadt Laage und nahm am 25.Eurawasser-Waldlauf und am Volkssporttag aktiv teil. Hier ein Erlebnisbericht.

„Laufen, lachen, Laage“ – oder wie aus einer Schwedenstaffel plötzlich Crossläufer wurden

Yoga im Regionalexpress

Wer kennt es nicht?! Man freut sich wochenlang auf eine Reise, packt motiviert seine Sportsachen ein und denkt:
„Ach, die Zugfahrt wird diesmal bestimmt ganz entspannt.“ Tja.

Die Deutsche Bahn hatte diesmal zwar tatsächlich keine Verspätung, allerdings gefühlt sämtliche Menschen Deutschlands dieselbe Idee:
„Feiertag, Brückentag! Ab an die Ostsee.“

Das Ergebnis: Drei Stunden Zugfahrt im kreativen Wechsel zwischen stehen, halb sitzend und artistischem Liegen auf Gepäckstücken.

Yoga für Fortgeschrittene- nur ohne Matte.

Die Stimmung war trotzdem gut.
Laufreise #7 — diesmal nach Rostock-Laage.

 Ankommen, auspacken, ab zum Sportplatz

Kaum angekommen, bezogen wir unsere Zimmer, Ferienwohnungen und Apartments und machten uns direkt auf den Weg zum traditionellen Laager Familiensportfest.

Dort erwartete uns bereits Lauftrainer und Pfarrhelfer; Andre Stache, vom SC Laage, der uns nicht nur herzlich willkommen hieß, sondern uns die kommenden Tage mit viel Geduld, Humor und Engagement begleitete.

Und das Sportfest?
Ein echtes kleines Familienfestival.

Fußball, Handball, Volleyball, Tischtennis, Kinderlauf, Laserschießen und jede Menge gute Laune. Egal, ob groß oder klein — irgendwo war immer Bewegung, Gelächter oder jemand der versuchte, noch schnell einen Ball zu retten.

 Die Sache mit der „Schwedenstaffel“

Der heimliche Star des Tages für uns war allerdings die sogenannte Schwedenstaffel. Für alle, die jetzt denken: „Ach schön, das Laufen bestimmt Schweden mit.“ Nein! Keiner hatte Ahnung, aber alle wollten mitmachen. Schöne Einstellung. Eine Schwedenstaffel ist eine ganz besondere Form des Staffellaufs.
In unserem Fall bedeutete das: 400 Meter – 800 Meter – 1200 Meter.

Drei Läuferinnen oder Läufer, drei verschiedene Distanzen.
Und ungefähr ab der Hälfte die Erkenntnis:
„Das war vielleicht doch anstrengender als gedacht.“

Denn bei dieser Staffel ist kluge Renneinteilung ungefähr so realistisch wie ein leerer Zug am Brückentag. Man läuft einfach los und gibt alles. Plötzlich rannten Groß und Klein über die Bahn, feuerten sich gegenseitig an und versuchten beim Staffelwechsel gleichzeitig Luft zu holen und die Orientierung zu behalten. Am Ende waren alle platt. Aber glücklich. So begann das lange Laufwochenende in Laage.

Guten-Morgen-Lauf statt ausschlafen

Der nächste Morgen begann sportlich. Während andere im Urlaub gemütlich ausschlafen und drei Stunden frühstücken, standen wir bereits beim „Guten-Morgen-Lauf“ auf der Strecke. Verrückt? Vielleicht ein bisschen. Aber bei diesem Wetter konnte man einfach nicht drinnen bleiben.
Sonne, blauer Himmel und Temperaturen, bei denen selbst der innere Schweinehund kurz überlegte, ob er vielleicht doch mitkommen möchte. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurde die freie Zeit ganz unterschiedlich genutzt:
Spaziergänge, baden am See, Umgebung erkunden, Burpees im Garten oder Tischtennis im Wintergarten. Alles kann, nichts muss.

Fliegerhorst, gemeinsames Kochen und jede Menge Teamgeist.

Am Nachmittag war Andre erneut an unserer Seite und führte uns über den Fliegerhorst Laage. Spannend, interessant und definitiv mehr als nur „ein bisschen Flugzeuge anschauen“. Danach wurde gemeinsam gekocht. Und wie immer zeigte sich,
Teamarbeit funktioniert nicht nur auf der Laufstrecke. Während die einen Gemüse schnippelten, rührten andere in Töpfen oder diskutierten hochprofessionell darüber, ob Kartoffeln und Co scharfe Messer brauchen? Spoiler: Unverzichtbar.

Der große Tag – 25. Eurawasser-Waldlauf

Am 3. Mai wurde es dann ernst. Der 25. Eurawasser-Waldlauf stand an. Diesmal gingen fast alle zeitgleich auf die Strecke.
Der Rundkurs: 1,2 Kilometer Crosslauf durch den Wald.
Und zwar entweder fünf- oder zehnmal. (6km oder 10km) Das bedeutete: Man begegnete sich ständig wieder und feuerte sich gegenseitig an. Das machte diesen Lauf so besonders. Das nahmen nicht nur wir so wahr, sondern auch alle anderen Läufer und Zuschauer, die unsere inklusive Sportgruppe mit Applaus befeuerten. Spätestens bei der Siegerehrung mit der Übergabe von Medaillen, Urkunden und einem Pokal, wurde es dann erneut emotional. Denn am Ende ging es nie nur um Zeiten oder Platzierungen. Sondern um gemeinschaftliches Erleben.

Das Berliner Team im Laager Stadtwald. Foto: Team Berlin

 

Rückreise mit Überraschungseffekt

Und weil eine Laufreise ohne kleines Bahn-Abenteuer offenbar gesetzlich verboten ist, legte die Deutsche Bahn auf der Rückfahrt dann doch noch einen würdigen Schlusspunkt hin. Kleiner Hinweis an die Technikabteilung:
Wenn eine Toilettentür zugeht, wäre es wirklich hervorragend, wenn sie sich später auch wieder öffnen ließe. Anders ausgedrückt: Der betroffene Fahrgast lernte die Bedeutung von „eingeschränkter Bewegungsfreiheit“ auf eine völlig neue Art kennen.

Dankeschön!

Ein ganz besonderer Dank gilt der UHW-Förderstiftung, die uns diese vier wunderbaren gemeinsamen Tage überhaupt ermöglicht hat und uns seit Jahren unterstützt. Solche Reisen schaffen Gemeinschaft, Erinnerungen und Momente, die noch lange nachwirken. Ebenso danken wir unseren Schirmherren Prof. Dr. Ströhle, Marathonvater Horst Milde und Dr. Wolfgang Niemczyk, die dieses Laufreiseprojekt seit Jahren begleiten und unterstützen. Und natürlich gilt ein riesiges Dankeschön Dietmar Klocke, der dieses Laufreiseprojekt überhaupt erst ins Leben gerufen hat.
Ohne seine Idee, sein Engagement und seine Begeisterung wären all diese gemeinsamen Erlebnisse nicht möglich. Außerdem danken wir Nicole Slovan und Simone Prieß, die bei der Organisation unterstützt, motiviert und immer den Überblick behalten haben — was bei einer Reise inmitten von Sporttaschen, Startnummern und spontaner Ideen definitiv nicht selbstverständlich ist. Und natürlich Danke an Andre Stache und den SC Laage für die herzliche Aufnahme, Begleitung und dieses wunderschöne Wochenende.

Fazit

Laage 2026 war mehr als nur ein Laufwochenende. Es war Gemeinschaft. Sonne, Sport, lachen, kochen, spielen, Momente genießen und vor allem teilen. Irgendwo zwischen Crossstrecke, Schwedenstaffel und Frühstückskaffee wurde wieder klar: „Der innere Schweinehund hat schlechte Karten, wenn Menschen zusammen in Bewegung geraten!“